Ali Baturaygil: Zwischen Amaranth-Züchtung und Schachbrett
Wenn man das Meer der Wissenschaft mit dem Schach-Brett kreuzt, dann trifft man – unter vielen – auf einen Namen, der beides verbindet: Ali Baturaygil. Sein Weg vom Hobby-Vereinsspieler bei regionalen Turnieren bis hin zu den internationalen Forschungsfeldern der Pflanzenzüchtung – insbesondere mit Blick auf Amaranth – zeigt eine ungewöhnliche Doppelkarriere. In diesem Artikel beleuchten wir Baturaygils Engagement im Schach (unter anderem bei der Lessing Open und im Krefelder Osteropen), seine wissenschaftliche Arbeit zur Pflanze Amaranth und wie diese zwei scheinbar unterschiedlichen Disziplinen für ihn zusammenfinden.
Der Schachspieler: Engagement, Turniere und Vereine
Schon früh entwickelte Ali Baturaygil eine Leidenschaft für das Königliche Spiel. Während er sich beruflich auf Wissenschaft und Pflanzenzüchtung konzentrierte, blieb das Schach-Hobby lebendig – ein Spiegelbild von Strategie, Geduld und systematischem Denken, die ebenso in der Forschung bedeutsam sind.
Sein Eintrag in der offiziellen DWZ-Kartei (unter dem Vereins-Eintrag etwa SC Tempo Göttingen) weist ihn mit einer DWZ von rund 1553 aus – bei einer ELO im nationalen Kontext von etwa 1633. Dabei tauchen Turniere wie das Lessing Open 2025 (Gruppe B) mit 1,5 Punkten aus 5 Partien und die Krefelder Osteropen 2024 mit 1,0 Punkt aus 6 Partien in seinen Ergebnissen auf. Beim Krefelder Osteropen etwa erreichte er eine Turnierleistung von rund 1304 bei Gegnerdurchschnitt 1616.
Diese Werte zeigen: Kein Großmeister, aber ein ambitionierter Vereinsspieler, der regelmäßig an offenen Turnieren teilnimmt. Gerade Turniere wie das Lessing Open oder das Krefelder Osteropen sind Musterbeispiele für die deutsche Amateur- und Vereins-Schachlandschaft – genau das Umfeld, in dem er sich bewegt.
In seinen Schachprofilen (u. a. auf ChessBase und ChessTV) werden Alter (Geburtsjahr 1988) und Rating angegeben, sowie die Teilnahme an genannten Turnieren dokumentiert. Diese Freizeit- bzw. Nebenaktivität passt zu seinem Berufsbild: Wissenschaftler bei Tag, Schachenthusiast in der Freizeit – mit der Disziplin und dem Denken, das beide Welten verbindet.
Amaranth-Forschung: Vom Pseudogetreide zur Zukunftskultur
Während das Schach für Baturaygil eher das strategische Hobby darstellt, ist seine Hauptwirkungsstätte die Wissenschaft: insbesondere auf dem Gebiet der Pflanzenzüchtung und der Genetik. Sein Fokus gilt einer besonderen Pflanze: dem Amaranthus spp., meist kurz Amaranth genannt.
In seiner Dissertation an der Universität Hohenheim („Studies on flowering time and photoperiod sensitivity in domesticated and wild amaranth species”) untersuchte er die Blütezeit, Photoperiodensensitivität (also wie Licht-/Dunkel-Zyklen die Pflanze beeinflussen) und Samenansatz bei wilden und domestizierten Amaranth-Arten.
Zudem veröffentlichte er zusammen mit anderen Forschern Arbeiten wie „Breeding Amaranth for Biomass: Evaluating Dry Matter Content and Biomass Potential in Early and Late Maturing Genotypes“ und „Characterization of Flowering Time in Genebank Accessions of Grain Amaranths…“ (Agronomy, 2021 bzw. 2022). Hier ging es nicht nur um Amaranth als Nahrungsmittel-Pseudogetreide, sondern um dessen Potenzial als Biomasse- und Energiepflanze – z. B. für Biogas oder Silage-Produktion.
Was bedeutet das konkret?
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Er vergleicht frühe und späte Reifeformen von Amaranth hinsichtlich Trockensubstanz und Biomasse-Ertrag.
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Er untersucht, wie die Tageslänge (Photoperiode) die Blütezeit beeinflusst, was entscheidend ist für frühe Aussaaten oder nördliche Anbauregionen.
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Er betrachtet, wie wilde Verwandte der Nutzpflanzen genetisch nutzbar gemacht werden können, um Resilienz und Ertrag zu steigern.
Für Baturaygil ergibt sich damit eine Doppelfunktion: Er liefert neue wissenschaftliche Erkenntnisse für die Züchtung und hilft, Amaranth als vielseitige Nutzpflanze in der Landwirtschaft besser zu etablieren. Gleichzeitig handelt es sich um eine lebenswissenschaftliche Disziplin, die systematisches Denken, Datenanalyse und langfristige Optimierung erfordert – Eigenschaften, die sich gut mit seinen Schachkompetenzen in Einklang bringen lassen.
Die Schnittstelle: Wissenschaft und Strategie
Was verbindet nun Schach und Pflanzenzüchtung bei Ali Baturaygil? Es sind drei Aspekte:
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Strategisches Denken & Planung: Sowohl im Schach (Eröffnung, Mittelspiel, Endspiel) als auch in der Forschung (Versuchsaufbau, Zuchtzyklus, Analyse) geht es um Planung, Antizipation und Anpassung.
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Geduld & Verlauf über Zeit: Ein Turnierwochenende gleicht einer konzentrierten Phase – in der Pflanzenzüchtung aber spricht man von Jahren – etwa Entwicklung eines Genotyps über Zyklen hinweg. Baturaygil beweist damit eine langfristige Denkweise.
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Analytisches Denken & Daten: Schachpartien werden ausgewertet, Fehler erkannt, Strategien verfeinert. In der Forschung werden Daten erhoben, Hypothesen geprüft, Modelle angepasst. Baturaygil verknüpft beides.
In einem Blog-Porträt wird betont, dass Baturaygil – obwohl im wissenschaftlichen Umfeld tätig – regelmäßig an Turnieren wie dem Krefelder Osteropen oder dem Lessing Open teilnimmt. Damit lebt er eine Verbindung von Hobby und Wissenschaft, Disziplin und Leidenschaft.
Krefeld, Lessing Open & Vereinsleben
Die Turniere, mit denen wir seine Schachaktivität konkret fassen können:
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Das Krefelder Osteropen (z. B. 2024) – ein offenes Standardturnier in der Region Krefeld. Baturaygil spielte dort mit 1,0 Punkt aus 6 Partien – eine solide Leistung in einem starken Feld.
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Das Lessing Open (2025, Gruppe B) – ein weiteres offenes Turnier mit Teilnehmenden aus dem Vereinsbereich. Hier erreichte er 1,5 Punkte aus 5 Partien.
Diese Turniere zeigen ihn in der aktiven deutschen Mannschafts- und Turnierschachlandschaft – nicht als Profi, aber als engagierter Freizeitschachspieler, der regelmäßig neue Erfahrungen sammelt. Sein Verein SC Tempo Göttingen unterstützt ihn dabei, gibt ihm Plattform und Vereinsleben – Elemente, die im deutschen Schach besonders wichtig sind.
Fazit: Eine ungewöhnliche Verbindung
Dr. Ali Baturaygil ist kein klassischer Wissenschaftler, der ausschließlich im Labor agiert – und kein klassischer Schachspieler, der ausschließlich Turniere spielt. Er verbindet beide Welten auf eine bemerkenswerte Weise: tagsüber Züchter und Genetiker, am Wochenende Turnierspieler mit Leidenschaft. Seine Forschung am Amaranth zeigt eine klare Zukunftsorientierung – und sein Schachspiel die Freude am strategischen Wettkampf.
Damit liefert er auch einen spannenden Aufhänger für Menschen, die nach Vorbildern für multiprofessionelle Lebenswege suchen: Wissenschaft und Hobby schließen sich nicht aus – sie können sich gegenseitig bereichern.
Ich freue mich, Ihnen diese Portrait-Reportage auf meinem österreichischen Blog Digi Zukunft zu präsentieren – wo sich Technik, Wissenschaft und Zukunftsthemen treffen.